Alltägliches

Wie wir den Alltag erleben und überleben

Auf dem Weg zur Arbeit

by admin - Januar 21st, 2011.
Filed under: Morgens.

Ich kann früh aufstehen nicht leiden. Kein bisschen! Der frühe Vogel kann mir getrost den Buckel herunter rutschen. Wenn es nach mir ginge, würde mich mein Wecker gegen acht Uhr sanft aus dem Schlaf singen und das helle Tageslicht würde durch die transparenten Plissees in meinem Schlafzimmer gar lieblich mein Näschen kitzeln. Dann würde ich so langsam die Kaffeemaschine bemühen, den lebensnotwendigen schwarzen Sud zuzubereiten.  Nach der Badezimmerprozedur und entspannten Ankleidungszeremonien würde ich gegen neun Uhr völlig entspannt meine Wohnung verlassen um gut gelaunt und voller Tatendrang meinem Arbeitsplatz entgegenzufliegen.

Meine Realität ist aber ganz anders. Heute Morgen war es wieder so weit: um sechs dudelte mich die Weckfunktion meines Handys wach, mies gelaunt schlurfte ich ins Bad und quetschte meine Kontaktlinsen in die verquollenen Augen. Dann zerrte ich schnell irgendein Paar Hosen aus dem Schrank, kombinierte diese mit einem wahllos rausgezogenen Pulli und befand vor dem Spiegel, dass es nicht so gelungen aussah. Egal, keine Zeit zum  Umziehen. Denn wenigstens der Kaffee existiert auch in meinem echten Leben. Wenn auch nur „to-go“ im Thermobecher. Gehetzt  stürmte ich zum Auto und kaum habe ich die Ausfahrt hinter mir gelassen, fiel mir ein, was ich alles vergessen habe. So ein Pech! Aber eben zu spät, dann muss es eben so gehen.

Nach einigen Minuten im Auto, das heißt nach mehreren Schlucken leckeren Kaffees und einigen guten Songs gespielt von meinem Lieblingsradiosender entspannte ich mich merklich. Gar nicht mal so übel, im schönen warmen Auto zu sitze, bei Kaffee und Musik. Mein Arbeitsweg beträgt etwa 50 Minuten Fahrzeit und lässt genügend Zeit, zu relaxen und meine Umgebung zu bestaunen. Wie viele Menschen wohl noch dort hinter ihren blickdichten Plissees schlummern? Ob die froh sind, dass sie ausschlafen können? Ich bin dann schon ein wenig neidisch, aber nicht allzu sehr!

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